Die weiblichen Lebensphasen
 
Die Frauenheilkunde begleitet Mädchen und Frauen in sehr unterschiedlichen Lebensaltern und Lebensphasen, die ihre eigenen Themen haben und die gleiche Wertschätzung erhalten. Unser Beratungs- und Therapieangebot orientiert sich daher an der Lebenswirklichkeit der individuellen Frau.


Mädchen, Teenager und jugendliche Frauen:
Der Zyklus verläuft oft noch nicht regelmäßig. Zyklusstörungen und die Regelblutung (Menstruation), erste sexuelle Erfahrungen und der Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Infektionen sind wichtige Gesprächsthemen. Auch die Impfung gegen Humane Papillom Viren (HPV) wird angesprochen. Die Emotionalität entwickelt sich. Und der Drang nach Unabhängigkeit wächst, gemischt mit dem Wunsch nach unbeschwertem Ausprobieren der unzähligen Möglichkeiten, die das Leben bietet. Hier sind eine vertrauensvolle Begleitung notwendig, respektvolle Aufklärungsgespräche und ein Dasein für die Anliegen und Sorgen, die man nur mit ganz bestimmten Vertrauenspersonen besprechen mag.


Junge Frauen:
Wenn Unabhängigkeit gefestigt und Erfahrungen des Lebens gesammelt sind, kann Verantwortung wachsen – in Beruf, Partnerschaft und einer eigenen Familie. Die psychischen und geistigen Kräfte nehmen zu und können immer besser für die Verwirklichung der eigenen Ziele eingesetzt werden. Eine erfüllende Sexualität, Vermeidung von Zyklusunregelmäßigkeiten und Beschwerden vor der Menstruation (Prämenstruelles Syndrom, PMS) und der Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen bleiben weiterhin wichtige Themen. Während für einen Teil der Frauen auch weiterhin ein sicherer Schutz vor einer Schwangerschaft ein Anliegen ist, möchte andere Frauen eine Familie gründen. Manchmal ist eine Kinderwunschbehandlung notwendig oder – nicht selten - eine verständnisvolle Begleitung bei einer Fehlgeburt. Die Geburt eines Kindes ist immer ein lebensveränderndes Ereignis. Die Vereinbarkeit von Kind und Beruf, ein höheres Gesundheitsinteresse, die Früherkennung bedrohlicher Erkrankungen, ein immer klareres Bewusstsein von den eigenen Talenten, Verantwortlichkeiten und davon, wie das eigene Leben gestaltet werden soll, prägen diese Zeit.


Frauen in den Wechseljahren:
Die intuitiven Kräfte werden stärker. Am Ende der fruchtbaren Lebensphase ist die Selbstreflexion oft intensiver als in jüngeren Jahren. Wechseljahre sind eine sehr sensible und oft eine seelisch und geistig unruhige Zeit. Viele Frauen finden in dieser Zeit einen neuen Frieden mit sich selbst. Nicht selten werden neue Richtungen eingeschlagen und neue Aufgaben übernommen. In manchen Kulturen heißt es, die Energie steigen vom Unterleib nach oben, sodass Herzensenergie reifen könne. Die zyklische hormonelle Aktivität der Fruchtbarkeit wandelt sich in eine kontinuierliche basale, was bei vielen Frauen Beschwerden macht. Der Beginn der Wechseljahre ist durch ein Übergewicht des Östrogens gekennzeichnet (Östrogendominanz), das oft zu starken Blutungen, Brustspannen und dem Wachstum von Myomen führt. Später ist auch die Östrogenproduktion nur noch eine basale.
Oft ist eine Behandlung mit Hormonen hilfreich, andere Frauen suchen und finden Alternativen.


Ältere Frauen:
Frauen nach den Wechseljahren erleben sich oftmals körperlich, sozial und spirituell freier und nicht mehr so stark körpergebunden, wie es in der fruchtbaren Lebensphase der Fall war. Ihre Lebenserfahrung und ihr innerer Frieden münden oft in eine bewundernswerte Weisheit. Gelassenheit zeigen diese Frauen oftmals auch dabei, wie sie mit Veränderungen des Körpers (Haut, Haare, Schleimhäute, Bindegewebe und Knochen) umgehen. Hier können wir verschiedene Hilfs- und Behandlungsangebote machen. Die Auseinandersetzung mit der Begrenztheit dieses Leben gewinnt zunehmend Raum. Die Sorgen der jüngeren sind ihnen keinesfalls gleichgültig, auch wenn sie selbst weniger daran beteiligt sind. Die Verbindung zu Leben zeigt sich sehr oft in einem großer Erfahrungsschatz und der liebevollen Energie des Herzens.